Brickfilm-Festival - 2005

28. Mai 2005


Brickfilm-Festival, Plakat Im Mai 2005 fand im Zentrum für Medien und Interaktivität in Gießen das erste Brickfilm-Festival deutschsprachiger Regisseure statt. Insgesamt 13 Wettbewerbsbeiträge wurden gezeigt und von einer hochkarätigen Jury – Michael Althen (FAZ), Sven Stillich (Stern) und Karin Wehn (Universität Leipzig) – bewertet. Das Zuschauerinteresse war groß, gemessen daran, dass es sich um eine Pionierveranstaltung handelte und viele erst vor Ort das erste Mal erfuhren, dass es Brickfilme überhaupt gibt. Sehr groß war auch die Resonanz, die diese Veranstaltung in der überregionalen Presse gefunden hat. Von FAZ über Frankfurter Rundschau bis zur ZEIT wurde darüber berichtet.

Zum besten Film wählte die Jury "Der Auftrag" von Theodor Becker und Cornelius Koch, einen Terrorismusthriller über das Einschmuggeln einer "schmutzigen Bombe" nach Deutschland. Als "Vielversprechendsten Regisseur" zeichnete sie Dirk Böttcher für sein Kung-Fu-Epos "Ärger im Teehaus" aus.

Weitere Informationen
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu dem ersten deutschen Brickfilm-Festival (Ausschnitt):
"Mathias Mertens vom Gießener Zentrum für Medien und Interaktivität hat den Legostein ins Rollen gebracht, als er im Internet auf einen Artikel über die Legofilmer gestoßen war und feststellte, wie mannigfaltig und pfiffig die Arbeiten der Klötzchenfilmer mitunter sein können. So mühselig die Produktion von Brickfilmen ist, so einfach ist das Prinzip. 15 Einzelbilder pro Sekunde bedeuten, daß man die Klötzchen und Figuren 900mal in der Minute millimeterweise bewegen muß, um die Illusion von Bewegung zu erzeugen. Dieser Stop-motion-Trick verbindet digitale Technik mit ganz und gar analogem Handwerk und sorgt dafür, daß die überwiegend jugendliche Community weg von der Straße ist.

Eine doppelte Bewegung ist bei diesem Kino auf Kindesbeinen im Gange: einerseits zurück in die Kindheit und jene Abenteuer, die man sich mit Spielzeug aller Art ausmalte, andererseits nach vorne in die Zukunft, die es ermöglicht, alle jene Phantasien tatsächlich zu animieren und in eine filmische Form zu bringen. Brickfilme sind die perfekte Grundschule filmischer Grammatik, weil die Regisseure von keinerlei Fährnissen des Filmemachens belastet sind und sich ganz aufs Wesentliche konzentrieren können. Ihre Schauspieler sind geduldig, als Kamera genügt eine Webcam, und mit Budgetsorgen sind sie nur insofern befaßt, als Lego nicht ganz billig ist.

Die dreizehn Filme im Wettbewerb beschränkten sich keineswegs darauf, den Krieg der Sterne nachzuspielen, sondern gingen mitunter sehr gewitzt mit den Materialbedingungen um."

Michael Althen, 02.06.2005

zuletzt bearbeitet: [|profil.btrebitz], 05.06.2012 um 14:06 Uhr