Sektion 5 Kunst und Medien
Sprecher: Heiner Goebbels, Uwe Wirth
Die Sektion "Kunst und Medien" führt Fachrichtungen zusammen, die an der Schnittstelle von Medientheorie, Medienkritik, kultureller Medienkompetenz und künstlerischer Praxis mit Medien tätig sind. Hierzu zählt die historische und systematische Aufarbeitung von theatralen, literarischen und filmischen Inszenierungsformen von Medialität unter ästhetischen, poetologischen und performativen Gesichtspunkten. Das besondere Augenmerk gilt Inszenierungen in Neuen Medien, die man als Ausprägung einer sich ständig aktualisierenden Theatralisierung der Gesellschaft verstehen kann, die nun über eine "digitale Bühne" verfügt. Ziel der Sektion ist es, eine Interaktion zwischen künstlerischen Aktivitäten (etwa des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft) und medientheoretischen respektive kulturtheoretischen Reflexionsformen zu initialisieren.
Aktivitäten:
Installation „Breaking News“: Schattenwelt aus Nachrichtenbildern
Die Ausstrahlung von Nachrichtenbildern ohne Kommentare oder Erläuterungen stellt ein relativ neuartiges Fernsehformat dar. Bei solchen „No Comment“-Formaten haben Zuschauer das Gefühl, Ereignissen hautnah und unmittelbar beizuwohnen, wodurch das Fernseherlebnis authentischer wirkt als bei herkömmlichen Formen medialer Berichterstattung. Dieses unkommentierte Bildmaterial bildet die Grundlage der multimedialen Installation „Breaking News“ von Philipp Bergmann und Matthias Schönijahn. Durch das Einscannen tagesaktueller „No Comment“-Filme stellen die beiden Künstler schwarzweiße, „farblos“ wirkende Bilder her, die mittels rotierender Spiegel auf die Wände des Ausstellungsraums projiziert werden. Dadurch wird eine atmosphärische „Schattenwelt tagesaktueller Nachrichtenbilder“ erzeugt. Gezeigt wird die Installation im Atelierfrankfurt während der „Luminale 2012“, welche vom 15.04.2012 bis 20.04.2012 in Frankfurt stattfindet. Dieses Lichtkunstfestival ist in die Messe „Light+Building“ eingebunden und stellt eine wichtige Plattform für junge Künstler dar.
Philipp Bergmann und Matthias Schönijahn studieren Angewandte Theaterwissenschaften an der JLU Gießen. Seit 2011 arbeiten sie als Duo gemeinsam in der bildenden Kunst und Performance Art. Ihre bisherigen Arbeiten wurden bereits in Gießen, Brüssel und Amsterdam gezeigt. Gefördert wird das Projekt „Breaking News“ von Sektion 5 des ZMI und von der Theaterakademie Hessen. Zudem übernimmt Heiner Goebbels, Sprecher von Sektion 5 und Professor für Angewandte Theaterwissenschaft der JLU, die inhaltliche Betreuung der Produktion.
Wie die Stadt zum inszenierten Raum wird: LULU. To all our lovers.
Die Sektion ‚Kunst und Medien’ unterstützte das Theaterkollektiv „Resilentes“ bei der Aufführung des Theater-Thriller „LULU. To all your lovers“ nach Frank Wedekind. Dabei handelte es sich um eine Perfomance, die sowohl die Zuschauer als auch den Stadtraum aktiv in das Geschehen mit einbezog. Weitere Informationen hier.
Die Sektion 5 förderte die Publikation „Darstellen ‚nach Ausschwitz’“ im Magazin Thewis, der Online-Zeitschrift der Gesellschaft für Theaterwissenschaften. Die Ausgabe geht auf ein Projekt am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen zurück, in dessen Zentrum die Auseinandersetzung mit der Frage stand, wie und unter welchen Voraussetzungen die Darstellung von und ‚nach Ausschwitz’ überhaupt möglich ist.
Vom Diskurs zum Exkurs
Unter dem Titel „exkurs2010 - werden zwischen sein“ besann sich das „diskurs-Festival“, das von Studenten der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen alljährlich auf freiwilliger Basis organisiert und von der Sektion 5 des ZMI unterstützt wird, auf seine Wurzeln. Es ging um das „Theater der Zukunft“ – um aktuelle Entwicklungen wie auch die Träume und Albträume des Gegenwartstheaters. Dazu diskutierten die angehenden Wissenschaftler/innen und Kulturschaffenden gemeinsam mit ihren Gästen die Herausforderungen des aktuellen Kulturbetriebs. Im Rahmen dieses Konzeptes sollte das „Theater der Zukunft“ nicht nur theoretisch entworfen, sondern während des Festivalzeitraums vom 14. bis 17. Oktober 2010 auch praktisch realisiert, d.h. inszeniert werden.
Dazu wurde von den Initiatoren des Festivals bewusst eine Struktur geschaffen, die allen Teilnehmern ein möglichst großes Maß an inhaltlicher Partizipation einräumt. So wurde das Festival nicht zentral kuratiert, sondern von den einzelnen Arbeitsgruppen inhaltlich vorangetrieben und gestaltet. Darüber hinaus wurde ein Großteil der Veranstaltungen in einem temporären „Theaterbau der Zukunft“ abgehalten. Dieser wurde eigens für das Festival gebaut und bestand aus 30 einzelnen Theaterlogen, die zuvor an zentralen Orten in der Gießener Innenstadt aufgestellt wurden. Dort wurden sie von Künstler/innen oder Bürgern der Stadt umgestaltet, um schließlich als Fassade für den Theaterbau zu dienen.
UNI TiLt: Von Füßen und Bällen - Fußball in Kultur und Wissenschaft
Nach dem erfolgreichen Start von „Disco und Diskurs“ 2009, widmete sich „Uni TiLt“ zur Eröffnung des WM-Jahres 2010 dem Phänomen der elf Freunde und dem, was ins Eckige muss. „Uni-TiLt“ ist eine Kooperation des Stadttheaters mit dem Institut für Germanistik der Universität Gießen und der Sektion „Kunst und Medien“ des ZMI. Der Dramatiker und Lyriker Albert Ostermaier, der als Torwart die unbestrittene Nummer 1 der deutschen Autorennationalmannschaft ist und mit dem Brecht-Preis der Stadt Augsburg ausgezeichnet
wurde, las aus seinen zahlreichen Texten über Tragödien, Triumphe und scheiternde Helden auf dem grünen Schlachtfeld. Die Literaturwissenschaftlerin Yvonne Wübben hat die Halbgötter in kurzen Hosen von streng wissenschaftlicher Seite her betrachtet, das Schauspielensemble erweckte szenisch und musikalisch manche Legende zum Leben. Und nach dem Anstoß wurde getanzt, bis die Wade krampfte.
Internationale Konferenz „Medien der Auferstehung“
Inwiefern wurde die Medienkultur Europas seit der Renaissance vom Denken der Auferstehung geprägt - und inwiefern prägen die verschiedenen Dogmatiken und Aporien der Auferstehung auch heute noch die Medienpraxis? Mit diesen Fragen befasste sich die internationale Tagung „Medien der Auferstehung“, die vom 12.-14. November 2009 in Gießen stattfand, ausgerichtet von der Sektion „Kunst und Medien“ des ZMI, dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, dem Institut für Germanistik und der Hessischen Film- und Medienakademie. Eingeladen von Prof. Helga Finter und Prof. Uwe Wirth, referierten und diskutierten dreizehn Theater-, Literatur-, Medien-, Religions- und Kunstwissenschaftler an drei Tagen über Begriff und Praxis der Auferstehung.
Die Sektion "Kunst und Medien" führt Fachrichtungen zusammen, die an der Schnittstelle von Medientheorie, Medienkritik, kultureller Medienkompetenz und künstlerischer Praxis mit Medien tätig sind. Hierzu zählt die historische und systematische Aufarbeitung von theatralen, literarischen und filmischen Inszenierungsformen von Medialität unter ästhetischen, poetologischen und performativen Gesichtspunkten. Das besondere Augenmerk gilt Inszenierungen in Neuen Medien, die man als Ausprägung einer sich ständig aktualisierenden Theatralisierung der Gesellschaft verstehen kann, die nun über eine "digitale Bühne" verfügt. Ziel der Sektion ist es, eine Interaktion zwischen künstlerischen Aktivitäten (etwa des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft) und medientheoretischen respektive kulturtheoretischen Reflexionsformen zu initialisieren.
Aktivitäten:
Installation „Breaking News“: Schattenwelt aus Nachrichtenbildern
Philipp Bergmann und Matthias Schönijahn studieren Angewandte Theaterwissenschaften an der JLU Gießen. Seit 2011 arbeiten sie als Duo gemeinsam in der bildenden Kunst und Performance Art. Ihre bisherigen Arbeiten wurden bereits in Gießen, Brüssel und Amsterdam gezeigt. Gefördert wird das Projekt „Breaking News“ von Sektion 5 des ZMI und von der Theaterakademie Hessen. Zudem übernimmt Heiner Goebbels, Sprecher von Sektion 5 und Professor für Angewandte Theaterwissenschaft der JLU, die inhaltliche Betreuung der Produktion.
Wie die Stadt zum inszenierten Raum wird: LULU. To all our lovers.
Die Sektion ‚Kunst und Medien’ unterstützte das Theaterkollektiv „Resilentes“ bei der Aufführung des Theater-Thriller „LULU. To all your lovers“ nach Frank Wedekind. Dabei handelte es sich um eine Perfomance, die sowohl die Zuschauer als auch den Stadtraum aktiv in das Geschehen mit einbezog. Weitere Informationen hier.
Die Sektion 5 förderte die Publikation „Darstellen ‚nach Ausschwitz’“ im Magazin Thewis, der Online-Zeitschrift der Gesellschaft für Theaterwissenschaften. Die Ausgabe geht auf ein Projekt am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen zurück, in dessen Zentrum die Auseinandersetzung mit der Frage stand, wie und unter welchen Voraussetzungen die Darstellung von und ‚nach Ausschwitz’ überhaupt möglich ist.
Vom Diskurs zum Exkurs
Dazu wurde von den Initiatoren des Festivals bewusst eine Struktur geschaffen, die allen Teilnehmern ein möglichst großes Maß an inhaltlicher Partizipation einräumt. So wurde das Festival nicht zentral kuratiert, sondern von den einzelnen Arbeitsgruppen inhaltlich vorangetrieben und gestaltet. Darüber hinaus wurde ein Großteil der Veranstaltungen in einem temporären „Theaterbau der Zukunft“ abgehalten. Dieser wurde eigens für das Festival gebaut und bestand aus 30 einzelnen Theaterlogen, die zuvor an zentralen Orten in der Gießener Innenstadt aufgestellt wurden. Dort wurden sie von Künstler/innen oder Bürgern der Stadt umgestaltet, um schließlich als Fassade für den Theaterbau zu dienen.
UNI TiLt: Von Füßen und Bällen - Fußball in Kultur und Wissenschaft
Nach dem erfolgreichen Start von „Disco und Diskurs“ 2009, widmete sich „Uni TiLt“ zur Eröffnung des WM-Jahres 2010 dem Phänomen der elf Freunde und dem, was ins Eckige muss. „Uni-TiLt“ ist eine Kooperation des Stadttheaters mit dem Institut für Germanistik der Universität Gießen und der Sektion „Kunst und Medien“ des ZMI. Der Dramatiker und Lyriker Albert Ostermaier, der als Torwart die unbestrittene Nummer 1 der deutschen Autorennationalmannschaft ist und mit dem Brecht-Preis der Stadt Augsburg ausgezeichnet
Internationale Konferenz „Medien der Auferstehung“
- Weitere Informationen sind im ausführlichen Konferenzbericht und Flyer enthalten.
zuletzt bearbeitet: [|profil.btrebitz],
05.03.2012 um 11:03 Uhr