Sektion 4 Medien und Geschichte

Kommissarischer Sprecher: Peter Hoeres

Die Sektion vereint Forschungsschwerpunkte, die Medien in historischer Perspektive untersuchen, mit Ansätzen, die die mediale Geschichtsvermittlung analysieren.
Im Sinne des ZMI liegt das Hauptinteresse nicht allein auf der Erforschung von Medienentwicklungen, sondern vielmehr auf deren Wechselbeziehung zu sozialen und kulturellen Prozessen. Schwerpunkte aktueller Forschungsvorhaben liegen etwa in dem Wandel von Europabildern im 20. Jahrhundert, der Geschichtsvermittlung in audiovisuellen Medien, der Genese transnationaler Medienereignisse und der Beziehung zwischen Medien und Religion.

Neuerscheinung:

Mediengeschichte
Frank Bösch
Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen
Erscheinungstermin: April 2011
EAN: 9783593393797
268 Seiten, € 18,90



Aktivitäten:

Vom 02. bis zum 04. Februar 2012 fand eine Tagung der Sektion 4 mit dem Titel "Außenpolitik und Öffentlichkeit seit dem 19. Jahrhundert" statt. Veranstaltungsort war der Multifunktionsraum des Graduiertenkollegs GCSC (International Graduate Centre for the Study of Culture) der Justus-Liebig-Universität Gießen. Organisiert wurde die Tagung von Prof. Dr. Frank Bösch, Sprecher der Sektion 4, und von Dr. Peter Hoeres, kommissarischer Sprecher der Sektion 4. Im Vordergrund der Tagung standen Dynamiken und Synergien zwischen Außenpolitik und Öffentlichkeit seit dem 19. Jahrhundert.

Aus dem Abstract: "Außenpolitische Entscheidungen entstehen nicht nur in internen Aushandlungsprozessen. Vielmehr reagiert und interagiert, so die Hauptthese der Tagung, auch die Außenpolitik mit der Öffentlichkeit. In welchem Maße und auf welche Weise dies seit dem 19. Jahrhundert geschieht, bildet die Leitfrage dieser Tagung. Die Tagung verfolgt mit diesem Ansatz das Ziel, den Dialog zwischen Diplomatie-, Kultur- und Mediengeschichte zu fördern und damit ein klassisches Forschungsfeld der Geschichtswissenschaft neu zu erschließen."

Den Flyer im PDF-Format finden Sie hier.

Termin: 02. - 04. Februar 2012

Ort: Justus-Liebig-Universität, GCSC, Alter Steinbacher Weg 38,
35394 Gießen, Multifunktionsraum

Ansprechpartner:
PD Dr. Peter Hoeres
Historisches Institut
Otto-Behaghel-Straße 10E
35394 Gießen
Tel.: 0641 / 99 2 83 01
Peter.Hoeres@geschichte.uni-giessen.de

Die Sektion 4 Medien und Geschichte des ZMI lud im Wintersemester 2011/12 zu zwei interessanten Vortragsveranstaltungen ein. Am 31. Januar 2012 um 18 Uhr c.t. war Dr. Jürgen Kaube (FAZ) im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34 zu Gast und hielt einen Vortrag mit dem Titel „Fachjournalismus Geisteswissenschaften“. Der Soziologe Dr. Jürgen Kaube leitet seit 2008 die Redaktion Geisteswissenschaften der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er ist für seine informierten und pointierten Beobachtungen des Wissenschafts- und Universitätslebens bekannt. Während der Veranstaltung berichtete er aus seiner Arbeit, gab eine Einschätzung der Lage der Geisteswissenschaften und der Berichterstattung über sie und stand für Fragen und Diskussion zur Verfügung.

Bereits am 18. Januar 2012 um 18 Uhr hatte Jan-Hinrik Schmidt (Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg) im Raum E 103b des Philosophikums I über „Persönliche Öffentlichkeiten im Social Web gesprochen: Entstehen, Strukturprinzipien und Konsequenzen“. Zahlreiche Internetanwendungen haben in den letzten Jahren die Hürden gesenkt, die eigenen Interessen, Erlebnisse und Ansichten mit anderen Menschen zu teilen: Weblogs und Twitter, Facebook und YouTube wie auch Wikipedia verändern die Art und Weise, wie Menschen Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement betreiben. Diese Veränderung wirkt sich auch auf politisches Handeln aus, wie dieser Vortrag aus einer kommunikationssoziologischen Perspektive argumentierte. Dazu wurde in einem ersten Schritt der kommunikative Wandel, den das Web 2.0 mit sich bringt, als Wandel bzw. Erweiterung von Öffentlichkeit gedeutet: Im Netz entsteht nicht nur der neue Typ der „Persönlichen Öffentlichkeit“, sondern es erweitern sich auch die Mechanismen, mit denen Menschen Informationen von gesellschaftlicher Relevanz miteinander teilen und diese bewerten. Im zweiten Schritt beleuchtete der Vortrag die Konsequenzen für professionell-publizistische Öffentlichkeiten sowie die Frage der Partizipation, die durch diesen Wandel aufgeworfen werden.

Vom 29. bis zum 30. September 2011 veranstaltete die Sektion "Medien und Geschichte" zusammen mit dem Netzwerk "Lager nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland" den Workshop "Lager und Öffentlichkeit".

  • Tagungsort: Alexander von Humboldt‐Haus der Justus‐Liebig‐Universität, Rathenaustraße 24 A, 35394 Gießen;
  • Veranstalter: Dr. Jeannette van Laak (Justus‐Liebig‐Universität Gießen), Sascha Schießl, M.A. (Georg‐August‐Universität Göttingen), Prof. Dr. Dirk van Laak (Justus‐Liebig‐Universität Gießen).
  • Organisation/Kontakt: Dr. Jeannette van Laak, Mail: jeannettevanlaak@t‐online.de, Tel.: 0641‐9928311; Josephine Blum, Mail: Josephine.Blum@geschichte.uni‐giessen.de, Tel.: 0641‐9928131.
  • Weitere Informationen zum pdf iconProgramm.


Am 26. April 2011 jährte sich die Reaktorexplosion im Atomkraftwerk Tschernobyl zum 25. Mal. Die von der Sektion 4 mit organisierte, interaktive Wanderausstellung 25 Jahre nach Tschernobyl: Menschen – Orte – Solidarität mit Station in Gießen, machte das Reaktorunglück, seine Folgen und das heutige Leben in den betroffenen Regionen besonders für junge Menschen nachvollziehbar. Die Ausstellung wurde von Zeitzeugen begleitet, die in Gesprächen von ihren persönlichen Erfahrungen aus den Tagen und Monaten nach dem Super-Gau berichteten. Weitere Informationen siehe Veranstaltungsflyer.

  • Im Wintersemester 2010/11 wurde die Filmreihe "Der Atomkrieg im Film" gezeigt. Die Veranstaltung wurde in Kooperation zwischen der Sektion 4 des ZMI und dem Graduiertenkolleg "Transnationale Medienereignisse" organisiert.


Im Sommersemester 2010 richtete Prof. Dr. Frank Bösch die Tagung Medien und globaler Wandel seit dem 19. Jahrhundert aus, die vom 4.-5. Juni 2010 an der Universität Leipzig stattfand und in Kooperation mit Prof. Dr. Matthias Middell (Universität Leipzig/Global and European Studies Institute) veranstaltet wurde. Das Programm findet sich pdf iconhier.