Sektion 2 Medien und Didaktik
Sprecher: Katrin Lehnen, Vadim Oswalt
Das Interesse richtet sich auf Fragen der Medialität und Medialisierung kultureller Prozesse im Spannungsfeld von Literatur, Sprache und Geschichte sowie auf Aspekte ihrer didaktischen Vermittlung. Im Zentrum der interdisziplinären Forschung stehen theoretische und empirische Arbeiten zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, zu Film- und Fernsehanalyse, Formen der literarischen und medialen Inszenierung von Erinnerung, digitalen Kommunikations- und Interaktionsformen im Web, medienspezifischen Text- und Schreibprozeduren, u.a.
Die Aktivitäten stehen in engem Zusammenhang zu Konzepten der Aneignung und Entwicklung von Medienkompetenz in unterschiedlichen Lernkontexten. Sie stützen sich auf ein breites Methodenspektrum, das prozess- und produktanalytische Verfahren einschließt und sich auf traditionelle wie neue Medien bezieht.
Ankündigung:
Im Juni 2012 findet der Geschichtslesesommer (GELESO) zum dritten Mal statt: Wieder stehen historische Jugendromane im Mittelpunkt des Interesses, denn die Geschichte wird in Geschichten transportiert, nicht zuletzt weil fiktionale Verarbeitungen von Geschichte das Geschichtsbewusstsein stärker prägen als jeder Geschichtsunterricht. Deshalb sind fiktionale Verarbeitungsformen von Geschichte an der Professur für Didaktik der Geschichte seit einiger Zeit ein Schwerpunkt in Forschung und Lehre. Daraus entstand 2010 die Idee zu dem Geschichtslesesommer für Kinder und Jugendliche. Die in diesem Rahmen stattfindenden öffentlichen Autorenlesungen werden auch in diesem Semester wieder mit verschiedenen Lehrveranstaltungen zum zeitgeschichtlichen Jugendroman an der Professur für Didaktik der Geschichte begleitet. Gemeinsam mit den Studierenden fragen Dr. Jeannette van Laak, Rita Rohrbach und Monika Rox-Helmer nach dem didaktischen Potential dieser Medien für das historische Lernen bzw. versuchen das Historische in diesen Geschichten transparent werden zu lassen.
Die Sektion hat diesen Forschungsschwerpunkt im April 2011 mit einem interdisziplinären Workshop aufgenommen und anhand von zwei zeitgeschichtlichen Romanen die Interessen unterschiedlicher Disziplinen am Medium ‚historischer Jugendroman‘ diskutiert. Die Romane „Ringel, Rangel, Rosen“ von Kirsten Boie und „Die verlorenen Schuhe“ von Gina Mayer wurden aus den Perspektiven der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik, Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik, der Sprachwissenschaft und der Pädagogik beleuchtet. Die Perspektive der Medienrezipienten konnte in einem abschließenden Gesprächskreis mit jungen Leserinnen, die ihre Leseeindrücke und –erfahrungen schilderten, an die Ergebnisse des Workshops rückgebunden werden. Die Veröffentlichung der Ergebnisse dieses Workshops ist in Vorbereitung.
Der diesjährige Geschichtslesesommer nimmt noch einmal auf den Workshop Bezug, denn beide Autorinnen konnten für Lesungen gewonnen werden. Am 4. Juni wird Gina Mayer in der Stadtbibliothek aus „Die verlorenen Schuhe“ lesen, am 18. Juni Kirsten Boie im Literarischen Zentrum unter anderem aus „Ringel, Rangel, Rosen“. Am 11. Juni präsentiert Simon Schwartz im Mathematikum seine graphic novel „drüben“. Alle Lesungen sind von 18-20.00 Uhr.
Aktivitäten:
- Im Mittelpunkt des Workshops „Historischer Jugendroman“ vom 5. April 2011 an der JLU Gießen stand die Analyse historischer Jugendbücher aus unterschiedlichen Fachperspektiven. Beteiligt waren: Geschichtswissenschaft/-didaktik, Literaturwissenschaft/-didaktik, Sprachwissenschaft/-didaktik und Pädagogik. Weitere Informationen finden sich
hier. Derzeit wird die Publikation des Workshops vorbereitet.