Workshop - Aktuelle Forschungen zur jiddischen und jüdischen Literatur

Vor wenigen Tagen wurde der Tagungsbericht des im Februar vom Herder-Institut Marburg ausgerichteten Workshops „Aktuelle Forschungen zur jiddischen und jüdischen Literatur“ veröffentlicht. Beim Workshop thematisiert wurden jiddischsprachige Texte und Werke jüdischer Autorinnen und Autoren aus der Perspektive unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen. Neben judaistischen, germanistischen, slawistischen und historischen Ansätzen, wurde die Thematik auch aus informationswissenschaftlicher Sicht beleuchtet. Ein Schwerpunkt lag auf der Holocaustliteratur. Ideenstiftend hierfür war das am ZMI, dem Herder-Institut Marburg und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der JLU angesiedelte Projekt GeoBib. Ziel des Projektes, erläuterte Annalena Schmidt (Projektmitarbeiterin und Initiatorin des Workshops), sei die Erstellung eines virtuellen Atlasses, der den Nutzerinnen und Nutzern eine vollständige Liste der bis 1949 publizierten Holocaust- und Lagertexte, der wichtigsten Ghettos und Lager, die in diesen Werken Erwähnung finden, eine Vielzahl an Rezensionen, Sekundärliteratur und Bildquellen zur Verfügung stellt. Ergänzt werden diese Materialien durch Geodaten, die die Verknüpfung der Texte mit weiteren auf die Orte und Regionen bezogenen Daten und Informationen ermöglichen.
(Quelle: Tagungsbericht Aktuelle Forschungen zur jiddischen und jüdischen Literatur. 20.02.2013, Marburg, in: H-Soz-u-Kult, 13.05.2013, .)
Projekt „News to Use“ lädt Azubis ins ZMI ein

Im Rahmen des Projekts News to Use, bei dem hunderte Azubis aus ganz Hessen ein Jahr lang Zeitung lesen, hatten am Montag einige der beteiligte Azubis die Gelegenheit, sich im Gruppeninterview bzw. einer -diskussionen mit den Projektmitarbeiterinnen Lisa Schüler und Vera Ermakova sowie mit weiteren Azubis auszutauschen. Neben den Wissens- und Kompetenztests, den monatlichen Aufgabenblöcken, den quantitativen und qualitativen Textauswertungen werden im Projekt News to Use Einzelinterviews und zwei Gruppendiskussionen durchgeführt. Für die Gruppendiskussionen ist es wichtig, dass die teilnehmenden Auszubildenden möglichst unterschiedliche Hintergründe haben, z.B. ein unterschiedliches Alter, beide Geschlechter vertreten sind, in verschiedenen Berufsfeldern wirken und unterschiedliche Interessen haben usw. Die Interviews bzw. -diskussionen in den Kleingruppen können 1-2 Stunden dauern. Besonders interessante Fragen sind u.a., wie den Auszubildenden das Projekt gefallen hat, wie das Projekt im Unternehmen wahrgenommen wurde, wie das Zeitunglesen in den Tagesablauf der Azubis eingebunden war, ob es Situationen gab, in denen die TeilnehmerInnen ganz konkret vom Zeitungslesen profitiert haben und wie sie beim Bearbeiten der Aufgaben vorgegangen sind. Die nächste Gruppendiskussion wird am 27. Mai stattfinden.
Hier und jetzt und anderswo. Situativität in medial vermittelten Kontexten

Im April hat an der JLU die Frühjahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie stattgefunden. Ihr Thema „Hier und jetzt und anderswo. Situativität in medial vermittelten Kontexten“ war dadurch motiviert, dass ein großer Teil der qualitativen Sozialforschung sich vom methodologischen Individualismus der Umfrageforschung abgewendet und einen methodologischen Situationismus implizit oder explizit in sein Zentrum gerückt hat. Damit wird ein starker Akzent auf das ‚Hier und Jetzt‘ des Sozialen, seine Hiesigkeit und Aktualität gesetzt. Die Tagung widmete sich den Fragen, welche Implikationen sich daraus für die qualitative Sozialforschung ergeben und was diese neue „Transsituativität“ für den Situationsbegriff bedeutet.