Performing Science

Aus Anlass des 400jährigen Universitäts-Jubiläums lobt das ZMI im Jahr 2007 erstmals Performing Science, den Gießener Preis für wissenschaftliche Präsentation und Lecture Performance, aus. Die Federführung liegt bei Prof. Heiner Goebbels, Prof. Dr. Claus Leggewie und Prof. Dr. Henning Lobin.
Präsentationen, d.h. die Verbindung eines Vortrags mit einer visuell rezipierbaren Projektion von Text, Grafik, Bild/Video, haben sich zu einer wissenschaftlichen Kommunikationsform entwickelt, die verschiedene Modalitäten und Medien miteinander verbindet, einen hohen Authentizitätsgrad aufweist und wegen des komplexen, bühnenartigen Settings auch mit Kategorien der Theaterwissenschaft beschrieben werden kann. Präsentationen führen auf Grund des hohen Anteils an Visualisierung gegenüber traditionellen Formen der wissenschaftlichen Kommunikation zu einer modifizierten Konstruktion von Wissensstrukturen. Im künstlerischen Bereich greifen „Lecture Performances“ die Kommunikationsbedingungen von Vorträgen und Präsentationen prinzipiell auf, brechen sie aber durch bewusste Verletzung der Regeln oder ergänzen sie um performative Elemente. Die Verwendung von Beamer-Projektionen und Präsentationsprogrammen stellt hier eine besonders interessante Perspektive dar, da durch die mediale Beschränkung auf ein eigentlich für andere Zwecke entwickeltes Präsentationsprogramm Räume künstlerischen Ausdrucks geschaffen werden, in denen Performance, Literatur und visuelle Kunstformen miteinander verbunden werden können.
Um dem Unterschied, aber auch dem wechselseitigen Verhältnis von wissenschaftlicher Präsentation und innovativen Formen des künstlerischen Ausdrucks Rechnung zu tragen, wird der Performing Science-Preis in zwei Kategorien vergeben:
  • Kategorie 1 „Wissenschaftliche Präsentation“
  • Kategorie 2 „Lecture Performance“
Kategorie 1 richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen, die eigene Forschungsergebnisse vorstellen. Kategorie 2 richtet sich an Künstlerinnen und Künstler. Bedingung ist in beiden Kategorien die Benutzung eines Präsentationsprogrammes (z. B. Powerpoint).
  • Dotierung: Der Performing Science-Preis ist in beiden Kategorien mit jeweils 3000 Euro für den 1. Preis, mit 1500 Euro für den 2. Preis und mit 750 Euro für den 3. Preis dotiert
  • Bewerbungsschluss: 31. Juli 2007
Aus den eingegangenen Bewerbungen wird eine hochkarätig besetzte Jury für jede der beiden Preiskategorien acht Kandidatinnen und Kandidaten auswählen, die zur Endausscheidung am 26. und 27. Oktober 2007 nach Gießen eingeladen werden. Bei der Endausscheidung sollen die Kandidatinnen und Kandidaten eine nicht länger als 20minütige Präsentation oder Lecture Performance vorführen. Die Endausscheidung inklusive der Jury-Diskussionen findet öffentlich im Margarete-Bieber-Saal statt. Am 27.Oktober 2007 werden in einer feierlichen Zeremonie die Preise vergeben.

Die Jury:

  • Prof. Dr. Jörg Bergmann (Prof. für Soziologe und empirische Sozialforschung, Universität Bielefeld)
  • Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher (Prof. für Mathematik, JLU Gießen, Gründer des mathematicums und Communicator-Preisträger)
  • Prof. Dr. Hans-Jürgen Bucher (Prof. für Medienwissenschaft, Universität Trier)
  • Nele Hertling (Vizepräsidentin der Akademie der Künste, Berlin)
  • Prof. Dr. Joachim Knape (Prof. für Allgemeine Rhetorik, Universität Tübingen)
  • Dr. Sibylle Peters (Literaturwissenschaftlerin und Performerin, Hamburg)
  • Elisabeth Schweeger (Intendantin, Schauspiel Frankfurt/Main)

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zuletzt bearbeitet: [|profil.btrebitz], 19.01.2012 um 11:01 Uhr